26.08.10

Falsch gedacht (2)

Ein sehr guter Freund hatte im Alter von 19 Jahren seine erste "feste" Freundin kennengelernt. Natürlich nahm er sie ganz stolz überall mit hin und eines Tages auch mit in das Festzelt des örtlichen Schützenvereins. Nach etwa 1,5 Stunden entdeckte die Freundin, dass auch ihre Eltern ins Zelt gekommen waren und sah sich jetzt in der Situation, ihren Freund vorstellen zu müssen. Da sie noch schnell zur Toilette wollte, zeigte sie auf einen Tisch in der Ferne, erklärte dem Freund, dass die Leute da hinten mit dem und dem Aussehen ihre Eltern seien und dass er doch schon mal dorthin vorgehen und sich vorstellen sollte. Gesagt, getan. Ich sah, wie er sich zu diesen Leuten begab, wie er ihnen die Hand gab, sich verbeugte (ja, so konnte das damals sein) und danach eifrig erzählte, bis seine Freundin dazukam. Alles schien OK zu sein.

Nach gefühlten 5 Minuten aber standen beide mit hochrotem Kopf und verlegenem Gesichtsausdruck wieder an unserem Tisch und erzählten etwas aufgeregt, dass doch nicht alles OK gewesen war: Die Leute waren wirklich nett, waren sichtlich von den guten Manieren des jungen Mannes beeindruckt und genossen seine doch persönlichen und einigermaßen weitschweifigen Erzählungen über sein Leben, seine Familie, was seine Eltern so machten usw ... Nur, SIE WAREN NICHT DIE ELTERN DES MÄDCHENS und einfach irgendwelche fremden Leute! Obendrein zog sich diese Verwechslung sogar noch ungewollt etwas mehr in die Länge, weil das Mädchen eine zeitlang annahm, dies seien Bekannte Ihres Freundes und er sei von diesen nur auf dem Weg zu ihren Eltern aufgehalten worden. Fazit: Auch knapp daneben ist daneben.

20.08.10

Falsch gedacht! (1)

Immer wieder gibt es Situationen, in denen Menschen nicht passende, "falsche" Gedanken bezüglich eines Vorgangs hatten, in welchem sie eingebunden waren. Solch ein Denken kann natürlich alle denkbaren Folgen nach sich ziehen, von negativen bis zu sehr positiven Ereignissen. Allen solchen Vorgängen gemeinsam ist, dass Menschen ab einem bestimmten Punkt ganz in ihre Gedanken, Vorstellungen und Erwartungen usw. versinken und dabei sogar ihrem Denken drastisch und objektiv entgegenstehende Fakten übersehen und/oder ungewöhnlich neu und damit "passend" interpretieren. Ich möchte hier ein paar solcher von mir unter "Handlungs-Hypnose" eingeordnete, erfahrene oder selbst erlebte Situationen darstellen. Meine kleine Auswahl zielt allerdings mehr in die Richtung von Situationen, die zu einem positiven, überwiegen sogar humorvollen Abschluss fanden:

- Das Atommodell von Nils Bohr soll falsch und unvollkommen gewesen sein, hat aber trotzdem eine gewaltige Innovationswelle ausgelöst, deren Ergebnisse weiterhin Bestand haben.

- Milton H. Erickson hat in späteren Jahren selbst erkannt, dass er jahrelang irrtümlich angenommen hatte, dass der einzig richtige, akzeptable Hypnosezustand der somnambule wäre. Wegen dieses Denkfehlers bemühte er sich in den frühen Jahren bei jedem Patienten, diesen sehr tiefen/intensiven Zustand herbeizuführen. Die Folge war, dass er durch dieses eher schwierige Vorhaben (die wenigsten Menschen erreichen diesen Zustand) ungewöhnlich umfangreiche und nützliche Erfahrungen sammeln konnte, aber auch, dass er immer wieder darauf hinwies, wie wichtig es sei, sich wirklich viel Zeit für Hypnoseinduktionen zu nehmen. Hypnosesitzungen in 30 Minuten waren für ihn deshalb völlig undenkbar und keine richtige Hypnose.

-Als vor vielen Jahren der Film Jurassic Park das erste Mal im Fernseher zu sehen war, machte ich gerade eine Hausbesichtigung. Die Frau des Hauses führte uns auch zum unter dem Dach liegenden Zimmer ihres etwa 8 Jahre alten Sohnes, machte die Tür auf und blieb dann im Türrahmen stehen. Der Junge war überrascht von unserem Besuch und flitzte schnell zum Fernsehgerät und drehte den Ton ab. Da die Mutter aus ihrer Position nicht auf den Bildschirm sehen konnte (und sich wohl auch nicht darum bemühen wollte), fragte sie ihren Sohn in relativ hartem Ton: "Was guckst du JETZT da im Fernsehen?!" Der Sohn, der seine Mutter wohl sehr gut einschätzen konnte, sagte betont gelassen: "Ach, nur einen Tierfilm.". Damit war die Mutter dann wirklich zufrieden und auch ich zog mich (schmunzelnd) zurück.

 

12.08.10

Power-Fitness

Viele Menschen beziehen ihre Ideale inzwischen von den Medien, vor allem vom Fernsehen her. Heute will jeder gerne ein Superstar sein, ein Supermodel oder ein Superheld. Alles soll also "SUPER" sein und "SUPER FUNKTIONIEREN". Und? Geht das überhaupt? Ganz klar: "NÖ"! Aber ein kleiner Trost: Sehr viele Menschen könnten sich noch deutlich verbessern, und zwar in dem Sinne des Sich-Wieder-Besser-Fühlens.

Diese Behauptung fußt auf der Beobachtung, dass wir immer noch viel zu unbewusst leben und leisten. Stattdessen fokussieren wir uns immer mehr auf die zu erbringende Leistung, reduzieren dadurch gleichzeitig, nach hypnotischen Kenntnissen, Wahrnehmung und Bewusstsein und wundern uns, dass alles irgendwie so unbefriedigend ist. Und ungesund. Was also tun? Leistungsstress in jeglicher Form lässt uns nur noch re-agieren, nicht mehr agieren. Dabei ist der Mensch in seinem Grunde ein "Agierer" (jemand, der sich gut fühlt, wenn er selbst festlegt, wo es langgeht). Tatsächlich ist es demzufolge schon ein deutlicher Gefühlsunterschied, wenn ich mir morgens sage, z.B. vor der Arbeit, dass ich Geld verdienen möchte und deshalb (auch) heute arbeiten gehen werde - statt irgendwelche Gedanken oder innere Kommentare zuzulassen wie etwa "Mist, schon wieder den ganzen Tag arbeiten müssen". Und weil ich dann, wenn ich so AGIERE, auch das Gefühl wiederfinden kann, mein Leben selbst bestimmen zu können, die Macht zu haben, nehme ich mein ganzes Leben angenehmer wahr und kann Leistungsstress besser "verdauen".

Das bedeutet also, dass wir wieder be-geistert sein sollen und nicht noch mehr ent-geistert. So erschaffen wir tatsächlich durch mehr Geist automatisch auch mehr Raum und kommen aus einer passiven Er-Leidens-Situation in eine aktive Ich-Will-Etwas-Erwirken-Position. Sogar Schmerzen sind doch ganz verschieden, je nachdem, ob ich sie unfreiwillig erdulden muss, oder ob ich sie mir selbst zufüge. Mit diesen Worten möchte ich also unterstreichen, dass zu allem menschlichen Tun immer auch Denken dazu gehören sollte, damit wir möglichst optimal handeln und gesund bleiben können. Dies gilt natürlich auch z.B. beim Fitnesstraining: Wie beim Qi Gong, wo eine geistige Begleitung jeder Handlung ein fester Bestandteil der Lehre darstellt, so können Sie entweder in Worten oder Gedanken Ihr Ziel immer wieder während Ihrer Übungen bekannt geben, also was Sie als Enderfolg erreichen wollen - oder Sie bleiben einfach beim "Abrackern" und belasten einfach "stumm" Ihren Körper auf verschiedenste Weise. Vielleicht sind Sie ja jemand, der/die bisher vergeblich versucht hat (trotz härtestem Training), auf eine solch anstrengende Weise zu einem "Wunschkörper" zu kommen? Liegt es da nicht nahe, dass Sie Ihre Ziele auch anders, nämlich leichter, besser und schneller erreichen könnten?

28.07.10

Geschützter Raum in Hypnose

Wenn man den Menschen als energetisches Wesen einstufen und betrachten will,erscheint es logisch, dass sich die vorhandene(n) Energie(n) für irgendwelche Zwecke aufsplittern können.So kann sich z.B. Energie aufteilen, um komplexere Abläufe zu ermöglichen, einzelne und voneinander unabhängige Vorgänge gleichzeitig fördern oder gute und schlechte (=vorteilhafte oder belastende)Aktivitäten für unseren Körper veranlassen.

In der Psychologie wird deshalb schon länger davon ausgegangen, dass bestimmte Energien gebunden sein, sozusagen in psychischen Bereichen gefangen sein können. Daraus können regelrechte Energie - Defizite entstehen, die das Leben des Einzelnen offensichtlich deutlich beeinflussen können.Ein solches Ergebnis deutet für mich klar auf einen begrenzten Energievorrat hin, wie er in der Akupunktur auch behauptet wird.

Wie verhält es sich damit in der Hypnose? Folgt man auch hier dem Energiemodell, könnte dies schon während einer Induktion einen u.U. erheblichen Energievorteil für den Hypnotisierten mit sich bringen und Folgen auslösen. Nimmt man z.B. einen ängstlichen Menschen, der einen beträchtlichen Teil seiner Energie dafür verbraucht, seine Umwelt ständig nach Bedrohungen abzusuchen und sozusagen permanent in Alarmbereitschaft zu sein, und gestaltet eine angstfreie,vertrauenserweckende Situation, also einen wirklich "sicheren", geschützten Raum,in dem er in Hypnose gehen kann, muss dies spürbare, erkennbare, vielleicht befreiende Ergebnisse mit sich bringen. Wenigstens während der Hypnose. Weil in dem geschützten, abschottenden Raum einer Hypnose die übliche Energiebindung aufgehoben und Harmonisierung zugelassen werden kann. Dies kann im Einzelfall auch genauso für gelenkte Fantasiereisen gelten. Da die Energieveränderungen nur überwiegend unbewusst wahrgenomen werden können, erinnern sich die Erlebenden später meist nur an die damit einhergehenden Gefühlsveränderungen.

13.07.10

Heute schon manipuliert?

Was ist Manipulation? Ist das überhaupt wünschenswert, erlaubt, legal? Fragen, die ich hier und jetzt mal nicht angehen möchte. Stattdessen möchte ich meine geschätzten Leserinnen und Leser hiermit einfach und direkt auffordern, einzelne Menschen ihrer Umgebung (Partner, Kinder, Freundin/Freund, liebe Kollegen ...) heute oder morgen bewusst zu "maninpulieren"! Damit meine ich selbstverständlich POSITIV manipulieren und vorzugsweise jemanden, den Sie kennen, mögen und der (oder die) im Moment eine kleine Aufmunterung gut gebrauchen kann (Letzteres können Sie dann besser beurteilen, wenn Sie die Person einigermaßen kennen). Dazu ein paar Gedanken, wie man m.E. dabei vorgehen könnte:

Überlegen Sie vorher genau, wobei Sie helfen wollen, wo der Schuh drückt, sozusagen. Fragen Sie sich dann, wie Sie das sprachlich fördern könnten, also so beeinflussen könnten, dass die betroffene Person neue Möglichkeiten erkennen oder finden kann. Beispiel: Jemand hat die letzten Vorstellungsgespräche vermasselt und Sie wissen, dass es ziemlich sicher an der inzwischen negativen Erwartungshaltung und an der damit verbundenen Aufgeregtheit gelegen hat. Hier könnten Sie Wunder bewirken, wenn Sie glaubhaft und so beiläufig und nebensächlich-unauffällig wie möglich einen Satz formulieren, der Ihre Einschätzung ausdrückt, dass diese Person vor dem letzten V.-Gespräch, trotz des Ergebnisses, viel zuversichtlicher und gelassener auf Sie gewirkt hat, als sonst. Um dann sogar eine Entwicklung dahin anzustoßen, könnten Sie sogar noch sowas hinzufügen, wie etwa, dass Sie glauben, dass Sie/Er inzwischen scheinbar immer besser mit solchen Gesprächen klarkommt.

Wie oben schon gesagt, sollte Ihre Intervention möglichst glaubhaft und ganz "unwichtig" wirken, nebensächlich. Dadurch taucht beim Gegenüber garnicht erst die Frage auf, ob das nun die Wahrheit ist, oder nicht. Warum sollten Sie bei solchen Kleinigkeiten lügen? Selbst, wenn da gewisse Zweifel bestehen bleiben, werden diese durch die Vorwegnahme eines an sich wünschenswerten Ergebnisses stark abgemildert und der Weg dafür geöffnet. Und, wer wird nicht gerne ein wenig gelobt, aufgewertet? Und, ich habe oft bestätigt bekommen, dass die zusätzlichen, vorteilhaften Veränderungen sehr vielfältig und weitreichend sein können, je nach Persönlichkeit. Ein Grund dafür ist sicher der, dass solche "guten" Manipulationen auf dankbaren und damit "fruchtbaren Boden" fallen. Allerdings: je verantwortungsvoller und liebevoller Sie so "manipulieren", desto besser gelingt es.  

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