Jonathan Lehrer schreibt in der Zeitschrift „SEED“ (Ausgabe Feb./März 2006) von Forschungsergebnissen der Psychologieprofessorin Elisabeth Gould, Universität Princeton, aus denen hervorgeht, dass Gehirnmechanismen direkt Umwelteinflüssen unterliegen. Demnach sei festgestellt worden, dass die Struktur und die Dichte von Gehirnen (bei Primaten und Ratten) absolut davon abhängig sei, ob die Umwelt förderlich oder belastend ist. So konnte nachgewiesen werden, dass bei Dauerstress das Gehirn verkümmert, keine neuen Zellen mehr bildet und sich mehr und mehr nach innen richtet. Selbstverständlich habe all dies auch entsprechende, weitere, umfassende Begleiterscheinungen und Spätfolgen. Und weiter: Förderliche, positive Umwelteinflüsse können, sofern nicht zu spät eingesetzt, negative Gehirnentwicklungen zumindest teilweise wieder aufheben (diese Ergebnisse scheinen auf den Menschen analog anwendbar zu sein; Anmerk.des Verf.).
Anknüpfend an meinen ersten Text unter der Rubrik „Neues Können“, möchte ich nochmals auf unser Bildungssystem und das uns antrainierte, falsche Leistungsdenken hinweisen! Leistung kann besser, effektiver und für alle gesünder erbracht werden. Hier verursacht eine ganze Nation selbst und „freiwillig“ eine Überlastung und möglicherweise auch Schädigung von Generationen - Menschen, die später möglicherweise wichtige Entscheidungen für die Zukunft auch anderer Menschen treffen müssen! Inzwischen habe ich, was ich nicht für möglich gehalten habe, einige junge Menschen kennen gelernt, die Herz /Kreislaufbeschwerden haben, sich „ausgebrannt“ fühlen oder bei den einfachsten nervlichen Belastungen zur Tablette greifen müssen, weil sie es sonst nicht schaffen. Solche Entwicklungen dienen niemandem und sind, spätestens seit obigen Forschungsergebnissen, nicht mehr entschuldbar.