Vor ein paar Tagen fragte ich eine Schwägerin telefonisch, ob sie mir ein bestimmtes Buch ausleihen könne. Sie stimmte zu und wollte mir das Buch vor ihre Wohnungstür legen, weil sie zur vereinbarten Zeit nicht da sein würde. Zum Schluss unseres Gespräches sprach ich nochmals in den Hörer: „Und vergiss nicht, mir das Buch rauszulegen!“ - Sie vergaß es.
Ursache ist die inzwischen bekannte Tatsache, dass unsere Sprach-Auffassung nur positiv Formuliertes zur Auswertung annimmt. Das bedeutet, Formulierungen wie „nicht/kein/nie“ etc. werden beim Sprachverstehen nicht beachtet. Meine vorherige Botschaft lautete für meine Schwägerin deshalb so: „Und vergiss, mir das Buch rauszulegen!“ Diesen Gefallen hat sie mir dann ja auch getan.
Inzwischen bin ich auch mal wieder durch den Stuttgarter Flughafen gegangen und hörte erstaunt folgende Durchsage: „Bitte lassen Sie Ihr Gepäck nicht unbeaufsichtigt!“ Daraufhin habe ich auf schriftlichem Wege versucht, die Geschäftsleitung über die möglichen Folgen aufzuklären, denn der Satz kommt bei den Fluggästen ja anders an, als gemeint. Leider ist diese Durchsage bis heute zu hören.
Ähnlich verhält es sich mit anderen alltäglichen Aussagen, vor allem gegenüber Kindern: „Fall nicht / Komm nicht zu spät / Und dass du mir so was nicht noch einmal machst“. Da ein Kind (oder auch ein Erwachsener) Verbote besonders im Gedächtnis behält, da sie einen stark emotionalen Hintergrund haben, werden die Verbote vom Gehirn und Unterbewusstsein sehr ernst genommen, jedoch ohne Negation.
Genau dasselbe können Sie im Buch von John Grinder und Richard Bandler "
Therapie in Trance " nachlesen.