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Hypnose Blog |
Mich würde interessieren, was Sie über dieses Video bzw. Thema denken.
Also schreiben Sie mir Ihren Kommentar!
Natürlich ist das Video mit einem Schmunzeln zu betrachten!
Ein Mann “lernt“ in seiner Jugend, dass Gefühle verletzlich und schutzlos machen. Also beschließt er, keine Gefühle mehr zuzulassen. Er ist ab da seinen Mitmenschen gegenüber ziemlich hart, gegenüber sich selbst konsequent unerbittlich. Er rechnet sich genau aus, wie viel er wiegen darf und hungert auch einfach so lange, bis er das gedachte Gewicht hat. Alle zwischenmenschlichen Kontakte reduziert er soweit, dass er schließlich nur noch am Arbeitsplatz mit anderen Personen zusammentrifft. Er reist einsam herum, isst stets allein und plant sein Leben bis in kleinste Detail. Er lebt streng logisch und lächelt über viele Probleme anderer Menschen, weil die bei ihm nicht vorkommen können. Zitat: „Das Unterbewusste verhält sich wie ein vierjähriges Kind. Es ist trotzig, misstrauisch, schmollt oft, lügt, versucht abzuweichen, mobilisiert alle Abwehrmechanismen, an die wir uns aus unserer eigenen Kindheit und aus unserer kollektiven Kindheits-Erfahrung erinnern. […] Andererseits ist das Unterbewusste hilflos, abhängig, leicht verwundbar, schwach, klein, und fühlt sich inadäquat. Es lebt für den Augenblick und kennt keine Zeit.“ (Link zum Buch)
Wenn ich solche Zeilen lese, liebe Leser, können Sie sich sicher vorstellen, dass ich ein wenig aufgebracht reagiere. Ich vermisse Respekt, Toleranz, Zurückhaltung und wirkliches Interesse. Vor allem, weil das Unbewusste in all seinen Funktionen noch gar nicht erfasst ist! Nach meiner langjährigen und praktischen Erfahrung besteht der Mensch nur zu einem winzigen Teil aus begrenzt und logisch strukturiertem Bewusstsein und alles andere ist Unbewusstes. Zudem erstaunt es mich immer wieder, wie abfällig Menschen über einen Teil ihrer Selbst reden. Das Unbewusste lebt ja nicht irgendwo im Dunkeln und weit von unserer Persönlichkeit entfernt, sondern es ist in uns und verflochten mit all unseren Persönlichkeitsebenen und mit unserem Bewusstsein. Daher ist hier absolute Zusammenarbeit und völliges Vertrauen angesagt! Selbstverständlich besitzt das Unbewusste auch den Aspekt eines vierjährigen Kindes, aber genauso auch Aspekte wie den eines alten Weisen (wie bei C.G.Jung die Archetypen). Wenn jedoch weiterhin diese überholte Meinung in der Praxis bestehen bleibt, so sehe ich keinen Fortschritt.
PS: Ansonsten ist das Buch sehr empfehlenswert.Â
"Hypnose ist ein Universalwerkzeug" - FALSCH: Hypnose ist der Rohstoff, aus dem Universalwerkzeug gebaut werden kann"
Vor einem Jahr hatte ich einen Teil eines Schneidezahnes verloren und musste zum Zahnarzt. Zwar hatte ich keine Angst, aber aus entsprechenden Erfahrungen wusste ich, dass ich über „empfindliche Zähne“ verfügte, weshalb schleifen, bohren und polieren für mich schon in Gedanken schmerzlich war .Andererseits mochte ich Betäubungsspritzen und deren Wirkung ebenso wenig, sodass ich diese Situation kurz entschlossen zum Selbsthypnose-Selbstversuch erklärte.
Am Abend vor dem Termin legte ich mich auf das abgedeckte Bett, sagte zu mir, dass ich nun in eine ausreichend tiefe Trance gehen wolle und bat mein Unbewusstes um Führung. Nachdem ich ein paar Mal tief ein- und ausgeatmet hatte, baute sich fast unbemerkt eine angenehme, ehr leichte Trance auf, die ich vor allem dadurch bemerkte, dass ich von meiner Umgebung immer weniger wahrnahm. Nach relativ kurzer Zeit erlebte ich einen sehr friedlichen und ruhigen Moment.
Instinktiv nutzte ich diesen Moment um meinem Unbewussten meinen Wunsch vorzutragen. Mir war dabei wichtig, dass ich sowohl Schmerzfreiheit bei der Behandlung erleben würde, als auch die Zeit überraschend schnell verstreichen sollte. Den Wunsch habe ich mehrmals wiederholt und die Trance beendet.
Am nächsten Tag beim Zahnarzt war ich keinesfalls sicher, was meine hypnotische Betäubung anging. Das Angebot einer Betäubungsspritze lehnte ich dennoch ab und versuchte, den Dingen gelassen entgegen zu sehen.
Der Zahnarzt, seinerseits verunsichert, wies mich mehrmals auf mögliche Behandlungsschmerzen hin, wohl auch, um seine Arbeit ungestört ausführen zu können. Mit Ansetzen des Bohrers verspürte ich einen Bruchteil einer Sekunde lang einen Schmerz, der sofort verschwand! Auch die restliche Behandlung verlief völlig angenehm und schmerzfrei. Der Zahnarzt war selbst verwundert und fragte mich auch des Öfteren, ob ich denn wirklich keine Schmerzen habe.
Seitdem ist es mir ein Leichtes, bei Zahnbehandlungen automatisch auf Hypnose umschalten zu können. Ich glaube, dass mein Unbewusstes die Schmerzfreiheit selber erst noch lernen musste, was sich bei der kurzen Verzögerung am Anfang der Behandlung zeigte.
Soeben bin ich auf einen Blog-Eintrag vom 07.01.2006 gestoßen, der Hypnose in Verbindung mit der Rechtssprechung setzt (Link zum Artikel). Udo Vetter vertritt hier die Meinung, dass
1. Zeugen unter Hypnose sich in einem Zustand eingeschränkter Steuerungsfähigkeit befänden,
2. der Zeuge nicht mehr in der Lage wäre zu entscheiden, ob er vor seiner Aussage unter Hypnose Gebrauch von seinem Auskunftsverweigerungsrecht oder Zeugnisverweigerungsrecht machen will,
3. Hypnose im Falle einer Zeugenvernehmung eine dubiose Methode sei,
4. womöglich die Gesundheit von Zeugen gefährdet wäre.
Zu den ersten beiden Punkten möchte ich auf meinen Artikel “Raub mit hypnotischem Trick?“ verweisen. Dort habe ich am Blogeintrag-Ende bereits auf die Tatsache hingewiesen, dass unter Hypnose eigentlich keine sozial-schädlichen Handlungen möglich sind. Demzufolge ist die Steuerungsfähigkeit des Zeugen nicht aufgehoben und teilweise sogar erheblich erweitert. Der freie Wille bleibt erhalten. Außerdem wird der Zeuge vor seiner Einwilligung zur Hypnose sicher in aller Form und absolut umfangreich über seine Pflichten und Rechte informiert worden sein.
Der dritten Behauptung setze ich entgegen, dass Hypnose nie eine dubiose Methode ist, außer sie wird dazu gemacht und missbraucht. Hypnose ist eine natürliche Möglichkeit des Menschen, die nicht verwerflich sein muss, nur weil sie so selten eingesetzt wird!
Zuletzt ist sehr weit hergeholt, dass die Gesundheit der Zeugen durch Hypnose gefährdet wäre. Wenn Hypnose sachgerecht und gekonnt eingesetzt wird (wovon ich bei der Auswahl des Hypnotiseurs durch die Polizei ausgehe), besteht keinerlei Gefährdung, z.B. drohende psychische Belastungen können dadurch umgangen werden, dass dem Zeugen suggeriert wird, er sehe die Erinnerungen besonders deutlich und aus einer neutralen Betrachterposition.
Wahrscheinlich kam Herr Udo Vetter zu diesen Behauptungen, weil er selbst wohl noch nie eine Hypnose erlebt hat, was eigentlich schade ist.
Das Leben ist inzwischen so umfangreich und damit auch oft so unübersichtlich geworden, dass wir gelegentlich die Hilfe und den Rat von Fachleuten brauchen. Bei Steuersachen gehen wir zu einem Steuerberater, bei Gesundheitsproblemen konsultieren wir einen Arzt oder Heilpraktiker. Wenn alles gut läuft, bekommen wir dort einen guten Rat, der uns wirklich weiterhilft. Solche Spezialisten bekommen auch oft den Auftrag, ihrem eigenen Rat folgend, auch für uns tätig zu werden, was üblicherweise mit einem Vertrag dokumentiert wird. Mit diesem Rat und dem Tätigwerden handeln sie an unserer Stelle und wir selber tragen die Verantwortung dafür! Wir vertrauen diesen Menschen, dass sie mit ihrem Wissen und Können das von uns gewünschte Ergebnis herbeiführen.
Auch ein Hypnotiseur ist nur ein Spezialist, den Sie um Rat fragen und um Hilfe bei der Umsetzung seines Rates (= Anleitung und Durchführung einer Hypnose) bitten können. Dem zufolge trägt letztlich die um Rat und Hilfe bittende Person auch die Verantwortung für das Ergebnis, soweit der Hypnotiseur sich an Abmachungen und an Seriosität hält. Das soll heißen, dass vor einer Hypnosesitzung alle relevanten Punkte zum Schutz von Auftraggeber und Auftragnehmer durchgesprochen werden sollten! Relevant sind in diesem Zusammenhang u.a.: Das Ziel, die Vorgehensweise sowie individuelle Wünsche oder Ablehnungen. Im Einzelfalle kann der Klient auch die Informationen für unrelevant halten und einfach sagen "mach mal ". Dann muss er sich aber im Klaren sein und (möglichst auch schriftlich) vom Hypnotiseur darauf aufmerksam gemacht worden sein, dass nicht gewünschte Erfahrungen damit auftreten können. Jedoch könnte hier der Einwand auftreten, dass all das bei Hypnose doch ganz anders ist! Dieser Einwand beruht leider auf der immer noch falschen und eher mystischen Ansicht über das Wesen der Hypnose. FÜR MICH IST HYPNOSE, ganz einfach gesagt, BEEINFLUSSUNG. Und jeder Leser wird mir zustimmen können, dass sich ALLES in unserem Leben gegenseitig beeinflusst. So kann mein Dasein oder mein Nicht-Dasein schon beeinflussen, das kleinste Wort von mir oder meine Stimmlage beim Sprechen kann in bestimmter Weise beeinflussen!
In der Chaostheorie, darüber habe ich mal einen schönen Bericht im Fernsehen gesehen, ist man durch intensive Forschung in der Wetterkunde zu dem erstaunlichen Ergebnis gekommen, dass schon der Flügelschlag eines Schmetterlings das Wetter beeinflussen und damit auch ändern kann! Deshalb ist letztlich ALLES und JEDER wichtig. Damit möchte ich sagen, dass zum einen Beeinflussung gar nicht verhindert werden kann und zum anderen, dass gerade bei Hypnose alles bestens bedacht sein will, wenn ein bestimmtes Ergebnis dabei rauskommen soll.
Außerdem zeigt der Begriff der Beeinflussung deutlicher die Spannweite von Hypnose: Sie ist von ihrer sanftesten bis zur massivsten Form hin kontinuierlich ansteigend intensiv und beginnt nicht erst mit einem schlafähnlichen Zustand oder Somnambulismus! So ist jeder auch dazu aufgefordert, falsches Denken bei Hypnose zu überwinden und zu akzeptieren, dass Hypnose trotz allem auch Sicherheit und Selbst-Kontrolle bieten kann. Bekommt der Hypnotiseur einen Auftrag, schließt das eine Mitarbeit des Auftraggebers gewöhnlich mit ein. Es handelt sich schließlich um innerkörperliche Vorgänge, zu deren Beeinflussung der Hypnotiseur Vorschläge macht, die aber nur und ausschließlich vom Klienten zugelassen (und evtl. aktiv unterstützt) zur Wirkung kommen können. Hier ist die Macht des Hypnotiseurs zu Ende und der Klient frei. Diesen Umstand muss der Klient nur wissen, sich also dessen bewusst sein. Zu diesem Wissen sollte der Hypnotiseur dem Klienten durch Erklärungen und Übungen verhelfen. So lernt der Klient darauf zu vertrauen, dass er immer die Selbstkontrolle behalten kann, ggf. sogar durch sein Unbewusstes.
Darüber und auch über das Thema Showhypnose im nächsten Text! Über Kommentare oder Fragen freue ich mich!
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