
Die Aufforderung "
werdet wie die Kinder" dürften die meisten Leser kennen, genauso die Erkenntnis "
Kindermund tut Wahrheit kund".Hier wird einmal auf das Kindsein abgezielt und zum anderen damit die Wahrheit in Verbindung gebracht.
Das ist kein Zufall: Kinder leben fast ausschließlich in der Gegenwart und irgendwas in der nahen oder fernen Zukunft ist für sie deshalb nur mit Mühen fass- und abwartbar. Möchten Erwachsene wieder "zu sich finden", wird überwiegend daran gearbeitet, wieder (wenigstens für einen kurzen Moment) zu einer kindlichen Einstellung zurückzufinden. Ob ich bei
Castaneda von "staunender" Haltung dem Leben gegenüber gelesen habe, oder im
Zen eine vorurteilsfreie, vom inneren Dialog befreite, besinnliche Haltung einnehmen soll - nur auf solchen Wegen kann man angeblich der Wahrheit und der Wirklichkeit begegnen. Und die Erfahrung bestätigt es!
Schauen wir nun auf einen anderen Aspekt des Kindseins: Dem Vertrauen. So können wir ebenfalls nur gute Erfahrungen machen, vor allem aber, wenn wir unsere Lebensweisheit damit auf sinnvolle Weise verbinden. Wenn wir also wirklich vertrauensvoll und ganz im Tun aufgehend unser Handeln im Hier und Jetzt geschehen lassen, ohne uns selbst ständig innerlich zu dezimieren, werden wir etwas in uns wahrnehmen, was wir lange nicht bemerkt haben. Da ist dann etwas Besonderes, oft mit Gefühlen oder Bildern Versehenes und es wirkt zugleich alt und neu. Das ist auch etwas, was uns in Bewegung bringen kann, uns lebendiger macht. Es fordert uns auf, mehr zu tun in die "neue" Richtung und es will eine Spirale des Lebens in Gang bringen, wie ich es nenne. Diese Kraft hat auch Vertrauen in sich, neues Vertrauen, weil es eigentlich zu jeder Lebensäusserung dazugehört, quasi einfach mitkommt.