Hypnose ist sehr vielseitig. Einen weiteren Beweis dafür sehe ich in der Tatsache, dass Hypnose das Bewusstsein eines Anwenders hervorragend für angemessen bewusste Kommunikation trainiert. Dieser Nebeneffekt könnte in allen Berufs- und Lebensbereichen starke Verbesserungen bewirken. Ein gutes Beispiel fand ich hierzu in der
ZEIT vom 17.01.2008:
In einem Kurzinterview von Jana Schlütter erzählt Tim Peters von aufgenommenen Arzt-Patienten-Gespräche, die er für seine Examensarbeit auswertete. Er kommt dabei zum Schluss, dass Ärzte “… sprachliche Machtmittel nutzen, um ihre Vorstellungen gegenüber den Patienten durchzusetzen.“ Und er resümiert dahingehend, dass “… dahinter nicht nur Gedankenlosigkeit, sondern auch bewusste Machtausübung steckt.“ Man muss allerdings darauf hinweisen, dass diese Gesprächsauswertungen durch ihre geringe Anzahl nicht repräsentativ sind. Immerhin flossen nur 25 Aufnahmen in die Auswertung ein.
Weiter meint Tim Peters: „Solche Mechanismen kann man überall beobachten, wo Status- und Wissensunterschiede bestehen.“ Dies ist ein schöner Beweis für völlig unbefriedigende Kommunikation. Denn hierbei wird auf unflexible, gewohnheitsmäßige Weise kommuniziert, viel zu unbewusst und viel zu selten hinterfragt – und zwar auf beiden Seiten. So frage ich, ob Status- und Wissensunterschiede allgemein akzeptable Gründe für ein solches Verhalten sein dürften. Das wohl sicher nicht, aber sie verführen sehr leicht dazu. Im Ausnahmefall gibt es sicher Situationen, in denen diese Konstellation richtig ist.
Wenn man aber für beide Seiten das Beste will, muss man anders vorgehen. Beide Seiten haben dabei nichts zu verlieren. Nicht umsonst kursiert z.B. im Verkaufsbereich das offene Geheimnis, dass die Kenntnis des Käuferprofils für einen Verkaufserfolg entscheidend ist. Dieses ist ja nichts anderes als die Individualisierung möglicher Kunden. Dadurch rücken die Verkäufer möglichst nah an die Käufer heran und stellen sich möglichst gut auf diese ein – und der Erfolg gibt ihnen Recht. Deshalb haben solche Daten auch einen hohen finanziellen Wert. Allerdings kann dies ein subtiles Machtmittel werden.
Eine solche Machtausübung kann aber relativ leicht ausgehebelt werden: Durch bewusste Wahrnehmung und beharrliche Selbsttreue. Hier leistet Hypnose wirklich Vorbildliches durch ihr gutes Bewusstseinstraining. In dem oben angesprochenen Artikel handelte Tim Peters (und Freunde) denn auch sehr bewusst und selbstbewusst gegen die ärztliche Machtausübung. Er schließt mit dem Satz: „Da haben die Ärzte aber sehr irritiert reagiert.“
Mein Fazit: Hypnose fördert eine bessere Kommunikation, spart Zeit und garantiert mehr Effektivität im respektvollen Umgang mit unseren Mitmenschen.