In einem Supermarkt, auf dem Mittelgang zu den Verkaufsregalen, war ein Extra-Verkaufsstand aufgebaut. Dahinter stand eine junge Frau mit Adleraugen. Sie schaute jeden Kunden, der in ihre Nähe kam, direkt und auffällig intensiv an. Dieser Blick hatte für mich etwas Forderndes an sich. Dass ich nicht alleine so empfand, wurde dadurch bestätigt, dass sich nur wenige Kunden über den Mittelgang bewegten und lieber einen weiten Bogen um den Stand in der Mitte machten. Ihre Frage, ob mich das von ihr vorgestellte alkoholische Getränk interessieren würde, beantwortete ich mit „Vielen Dank, nein“ und ging meiner Wege. Ein kurzer Blick zurück, nach ein paar Metern, lies mich erkennen, dass die Frau jetzt ziemlich wütend auf mich war.
Während des weiteren Einkaufs musste ich öfter an die wütende Frau denken und ich ging zum Schluss noch einmal zu ihr hin. Ich fragte sie einfach geradeaus, warum sie so wütend würde, wenn man einen Kauf bei ihr ablehnte. Offensichtlich überrascht, brauchte sie einen Moment um sich zu sammeln. Dann erklärte sie mir, dass sie sich durch jede Ablehnung persönlich verletzt und beleidigt fühlte. Während sie so zu mir sprach, wurde sie nachdenklich. Offensichtlich nahmen auch viele Kunden ihre kontraproduktive Einstellung schnell wahr und gingen deshalb lieber gleich auf Distanz - Jetzt schien ihr Einiges zu dämmern.