Archiv für: April 2009

28.04.09

Politik, Wirtschaft und Hypnose

Die Wirtschaftskrise ist eine ernste Sache und die Personen an den „Schaltstellen“ sollten ihre ganze Aufmerksamkeit darauf lenken, sie rasch und nachhaltig zu lösen. Wahrscheinlich ist die Krise auch ein deutliches Zeichen dafür, dass die bisherigen Denkgewohnheiten in Wirtschaft und Wirtschaftspolitik inzwischen überholt sind. Und diese Auswirkungen der überalterten Gewohnheiten berühren zwangsläufig alle an der Wirtschaft beteiligten Menschen.

Bei vielen Menschen löst diese Krise Angst und Verwirrung aus und wirkt deshalb auch hypnotisch: Die Menschen verlieren ihr inneres Gleichgewicht, sind fixiert auf die Angst auslösenden Umstände und kommen sich evtl. sogar regelrecht gefangen vor, wie in einer ausweglosen Situation. Gerade dann ist es besonders wichtig, dass Politiker und Wirtschaftler den Bürgern das Gefühl von Beistand vermitteln und deren Angst und Verwirrung auflösen – durch gut durchdachte Konzepte und verlässliche, gemeinsame Ziele.

Für Sie als männlicher Manager oder Politiker o.ä. kann ich Ihnen raten, sich selbst auf die vielen Möglichkeiten, anstatt auf die Probleme zu konzentrieren. Ein wenig (scheinbares) Risiko gehört immer dazu, wenn Sie eine neue, erfolgreiche Strategie anwenden wollen. Und hören Sie vermehrt auf Ihr Unbewusstes – Ihre Geschäftspartnerinnen hören schließlich auch öfters auf ihr Bauchgefühl.

25.04.09

Kleines Hypnose-Training III

Heute möchte ich zunächst noch zwei Anmerkungen machen:

1. Das Farbensehen (s. Kleines Hypnose-Training I) ist für viele Menschen eine einfache und doch sehr wirkungsvolle Hilfe zur selbst eingeleiteten Entspannung und/oder Schlaf. Dies gilt für Erwachsene, besonders aber auch für Kinder. Bei Kindern leitet ein Elternteil das Kind an (vielleicht kann Ihr Kind das auch schon selber), nach innen darum zu bitten, die ideale oder beste Farbe für Entspannung, Schlaf, Wohlgefühl, Erholung o.ä. deutlich wahrnehmbar dargestellt zu bekommen. Wenn die Farbe dann erscheint, braucht es sich auf die Farbe nur noch auf verschiedene Arten einlassen (sehen, fühlen…) und Schlaf etc. erwarten. Der Rest geschieht von selber.

2. Die zweite Anmerkung für Entspannung und Schlaf  ist die, dass eine leichte und einfache Rückenmassage auch oft Wunder wirkt! Ob Sie dazu sogar im Sinne meines „Eltern-Kind-Selbsthilfe-Wunders“ vorgehen möchten, bleibt Ihnen überlassen.

Nun aber zu meinem eigentlichen Anliegen, dem kleinen Hypnosetraining:
In Fortführung des Themas „negative Halluzination“ darf Ihr Kind bei dieser Übung einmal etwas, was es sonst nicht darf: Nämlich vergessen. Dies allerdings hier nur ganz gezielt. Es geht darum, eine Hand oder einen Fuß völlig gefühllos werden zu lassen. Besonders für Kinder ein hochinteressantes Experiment! Dazu möchte ich aber noch ein paar allgemeine Gedanken vorausschicken: Es geht mir hier und jetzt vornehmlich darum, Kindern mehr Kompetenz im Umgang mit unangenehmen Gefühlen und mehr Reaktionsspielraum allgemein zu ermöglichen und konstruktives „Wissen“ zu vermitteln, auf dem Ihr Kind, bei Bedarf, jederzeit aufbauen kann. Denken Sie nur einmal an einen Besuch beim Zahnarzt oder an eine Behandlung im Krankenhaus. Oder denken Sie an Schul- oder Lernstress, Mobbing oder Selbstheilung. Es gibt sicher unzählige Situationen, in denen solche Erfahrungen, bewusst oder unbewusst eingesetzt, ausgesprochen hilfreich sein können.

Die Übung geht so (bitte vorher mehrmals gut durchlesen):
Wenn Sie Ihr Kind informiert haben, worum es geht und wie der Test aussieht und es gerne mitmachen will, soll es eine sehr bequeme Position einnehmen, z. B. halb liegend im Sessel, und sich ganz locker machen. Seien Sie selbst gelassen und zuversichtlich.
Fragen Sie, ob es Hand oder Fuß sein soll und ob es sich wie Holz oder doch lieber wie Metall „anfühlen“ soll (wenn der Fuß gewählt wurde, bitte den Fuß für diese Übung entkleiden). Vielleicht hilft es Ihrem Kind auch ein paar Mal tief ein- und ausatmen und sich bei jedem Ausatmen vorzustellen, dass es entspannter und konzentrierter wird. Und, wenn Sie möchten, können Sie ihm durch Worte noch Mut und Zuversicht vermitteln („Ich weiß, dass Du das leicht schaffen wirst.“).
Danach soll Ihr Kind erwarten, das sich alle Gefühle der ausgesuchten Hand oder Fuß bis zum nächsten Gelenk zurückziehen oder herausbewegen, also beim Gelenk tatsächlich  aufhören. Als anleitende Person können Sie das Herausbewegen der Gefühle auch noch verdeutlichen, indem Sie z.B. einmal langsam mit einem Finger über Hand /Fuß Ihres Kindes in Richtung Gelenk streicheln und dann am Gelenk deutlich machen, wo die Gefühllosigkeit enden soll.   Und dann soll Ihr Kind auch erwarten, dass die Hand/ der Fuß für die Zeit des Experimentes ganz vergisst, was Gefühle sind und deshalb zu Holz, Metall, Glas o.ä. werden. Dann kündigen Sie eine Pause von drei Minuten an, damit Ihr Kind Zeit genug hat, den Zustand von Holz etc. nachzuempfinden.

Dann kommt der Test. Sie nehmen dazu am besten einen Eiswürfel aus dem Kühlschrank und wickeln diesen in dünne Frischhaltefolie ein, gehen damit zum Kind, zeigen den Eiswürfel und sagen vor dem Test: „Mit diesem kalten Eiswürfel werde ich gleich deine Hand /deinen Fuß berühren und weil sie/er ja aus Holz* (hier bitte Material einsetzen) ist, wirst du nur Holz* denken, obwohl du genau sehen kannst, dass der kalte Eiswürfel deine Haut berührt.“ Dann führen Sie den Test aus - den Würfel aber unbedingt nur ein-, zweimal für maximal eine Sekunde an die Haut halten, um die Haut zu schützen. Außerdem können sie mit dem Eiswürfel danach vielleicht zweimal über die Gefühlsgrenze, das Gelenk, hin- und herwechseln, auf beide Seiten, um den Unterschied für Ihr Kind deutlich erfahrbar zu machen.
Danach beenden Sie das Experiment bitte in jedem Fall mit einer gründlichen Auflösung der Hypnose! Sagen Sie dazu Folgendes: „Die Hypnose ist jetzt zu Ende und deshalb kannst Du wieder mit allen Füßen und Händen so gut fühlen, wie vor der Hypnose. Und du kannst wieder alles damit machen, wie vorher, vielleicht sogar etwas besser.“ Warten Sie dann einen kurzen Moment und prüfen Sie dann gemeinsam vorsichtig, ob alles in Ordnung ist. Und danach können Sie mit Ihrem Kind über alle Erlebnisse bei dem Versuch sprechen und  erfahren, wie es für Ihr Kind war.

Ich kann Ihnen versichern, dass alles leicht und gut funktioniert, wenn Sie nach meiner Anleitung vorgehen.  

23.04.09

Erkenntnis des Tages !!

Man sollte öfter
einfach und ohne Grund
mit der Alltags-Gewohnheits-Hypnose brechen
und sich einmal
mit einer kleinen Annehmlichkeit
"belohnen".

Das macht das Leben
schön. Wie wäre es genau
jetzt zum Beispiel?


21.04.09

Kleines Hypnose-Training II

Die Übungen mit Farbe (s. Kleines Hypnosetraining I) stellen so genannte „positive Halluzinationen“ dar. Dabei geht es darum, sich etwas objektiv nicht Vorhandenes als vorhanden vorzustellen, und zwar so genau und intensiv wie möglich. Natürlich sind die Farbübungen nur ein erster Schritt. Weitere Schritte könnten z.B. sein, sich ein Fahrrad, ein Haus oder ein Flugzeug vorzustellen, von außen, von innen, wie man sich hindurchbewegt und wie es ist, es zu benutzen u.s.w..

„Negative Halluzinationen“ funktionieren genau andersherum, indem man etwas wegdenkt, was real, also objektiv vorhanden ist. Darauf möchte ich heute eingehen. Wichtig ist so eine Fähigkeit dann, wenn etwas ganz real und irgendwie auf uns ausgerichtet ist, uns also berührt, evtl. unmittelbar bedroht oder erfreut. Damit man sich auf angenehme und ganz praktische Art in so eine Erfahrung hineinbegeben kann, und hier spreche ich wieder vor allem Ihre Kinder an, hatte ich mir vor langer Zeit eine Übung ausgedacht, die Spaß macht und überprüfbar ist: Das Kitzeln. Und das geht so:

Wenn Ihr Kind z.B. an Hals kitzelig ist (oder Fuß oder Bauch), dann kitzeln Sie da kurz, aber zwei- oder dreimal hintereinander, jeweils mit einer kurzen Pause dazwischen. Dann fordern Sie ihr Kind auf,  irgendwie zu versuchen, beim Gekitzelt-Werden nicht mehr kitzelig zu sein. Das gelingt am Leichtesten, wenn Sie erstens Mut machen („Du schaffst das!“), zweitens Ihr Kind sich das Ergebnis als gelungen vorstellt (erlebt sich als „unkitzelbar“ trotz Berührung) und drittens, wenn Sie ihrem Kind vor jedem Versuch Zeit zur inneren Konzentration einräumen und den Test erst durchführen, wenn Ihr Kind ein Zeichen gibt (Nicken, Handheben o.ä.). Denken Sie bitte nach erfolgreichem Abschluss dieser Übung daran, Ihr Kind für seinen festen Willen, seine Konzentrationsfähigkeit und sein Vorstellungsvermögen zu loben! Und wenn Sie möchten, können Sie noch andeuten, dass diese Fähigkeiten der Schlüssel für weiteres, wichtiges Können sein wird.

Viel Spaß zusammen!  

19.04.09

Weiß oder Schwarz?

Hypnose ist ganzheitlich angelegt und bietet u. a. Zugang zu paradoxen Lösungen, die man „ sowohl-als-auch“-Lösungen nennen kann. Sie stehen in einem gewissen Gegensatz zu unserer westlichen „entweder-oder“-Denkkultur. Diese Denkkultur hat selbstverständlich trotzdem ganzheitliche Folgen, und zwar von positiven über neutrale bis hin zu negativen, weil das ganz natürlich ist. Und weil wir nun mal hier leben und alle so sind, möchte ich auch nicht empfehlen, diese Denk- und Empfindungskultur einfach links liegen zu lassen und drauf los zu leben.

In bestimmten Situationen kann die ganzheitliche Einstellung dazu führen, dass man zumindest vorübergehend Schaden von sich abwenden kann. Hier empfiehlt es sich, um z.B. Zeit zu gewinnen, eine „sowohl-als-auch“-Haltung einzunehmen. Ich weiß zwar, dass manche Menschen ganz automatisch auf diese Art reagieren, aber es bleibt meist eine leidend-ablehnende Haltung, was dann doch Unfreiheit und Krankheit mit sich bringen kann. Durch bewusste Umstellung auf eine zeitweise, ganzheitliche Haltung lebt man zwar immer noch in einer unangenehmen Situation, kann die Umstände jedoch und ihre Wirkung entkräften, entschärfen und viel unbeschwerter nach einem besseren Weg Ausschau halten. Diese bewusste Vorgehensweise wirkt dann wie eine Befreiung.

Beispiel: Ein Angestellter, der seinen Beruf über alles liebt und diesen seit Jahren bestens ausführt, bekommt einen neuen Chef. Beide mögen sich von Anfang an nicht. Nach und nach wird der Angestellte zur Zielscheibe seines neuen Chefs für kleine und große Gehässigkeiten. Sogar ihm gegenüber loyale Kollegen werden verunsichert. Spätestens jetzt lebt der Angestellte in einer paradoxen Situation: Zwischen Liebe zum Beruf und permanentem Stress. Der meist empfohlene Schritt in dieser Situation wäre sicherlich die Umorientierung nach einer neuen Arbeitsstelle. Aber: Der Angestellte könnte genauso gut das Gespräch mit seinem Chef suchen und selbstbewusst eine einvernehmlichen Lösung anstreben. Wenn dieses Gespräch ergebnislos bleibt und der Angestellte trotzdem dort arbeiten will, kann er innerlich eine ganzheitliche Lösung akzeptieren, d.h. der negativ auftretende Stress wirkt bei ihm als positive Motivation und treibt ihn zur Höchstleistung an. Der Angestellte wertet den Stress nun auch als Zeichen, dass er weiterhin seiner geliebten Arbeit nachgehen kann.

Sehr oft findet man analoge Umstände auch im partnerschaftlichen Bereich.

14.04.09

Kleines Hypnose-Training I

Dies sind ein paar einfache Hypnoseübungen, die bestens für Kinder geeignet sind, aber natürlich auch für Erwachsene. Dem heutigen Text werden, unter gleicher Überschrift, noch weitere folgen. Ich wünsche viel Spaß damit!

Einleitung:
Wenn Sie wollen, können Sie vorab eine Selbsterfüllende Prophezeiung aussprechen. Dadurch werden Sie dem späteren Vorgang gegenüber offener und das Gelingen ist wahrscheinlicher. So könnten Sie z.B. sagen: „Ich werde jetzt mit Leichtigkeit und Freude verschiedene Hypnoseübungen durchführen.“ Diese Übungen können Sie dann, eine nach der anderen, mit kurzer Unterbrechung ausführen (um nachzulesen) oder Sie lassen sich von einer anderen Person anleiten. Beides hat unterschiedliche Vorteile. Sollte Ihnen die eine oder andere Übung nicht gleich gelingen, dann tun Sie einfach so, als ob es funktionieren würde. Das hilft auch oft sehr gut!

Übung 1:
Machen Sie es sich so richtig bequem und entspannen Sie sich. Wenden Sie sich nach innen und stellen Sie sich eine schöne Farbe vor, die Ihnen leicht einfällt. Sie können dazu die Augen geöffnet lassen oder schließen, ganz wie Sie wollen. Sobald Sie diese schöne Farbe sehen, versuchen Sie zuerst genauer hinzusehen und versuchen Sie dann festzustellen, ob diese schöne Farbe vielleicht eine Struktur besitzt. Entspannen Sie sich nochmals und lassen Sie die Farbe einfach auf sich wirken. Jetzt versuchen Sie herauszufinden, ob die Farbe Ihnen ein Gefühl vermittelt, z.B. Wärme, Kälte, Weichheit, Härte u.s.w. Sie können auch alle anderen Sinne hinzunehmen und dann versuchen festzustellen, ob darüber eine Art  Kommunikation mit der Farbe möglich ist. Die Sinnesreihenfolge könnte z.B. sein: Hören, Riechen, Schmecken.

Übung 2:
Wer möchte, kann sich nach dieser ersten Übung die drei Farben Rot, Blau und Gelb vorstellen und diese Farben zu einem Bild zusammenfließen lassen. Schauen Sie es genau an und bewundern Sie die Farbverläufe, vielleicht ergeben sich wunderschöne Mischungen. Wenn Sie danach auch noch Ihre Sinne wieder mit den Farben in Verbindung bringen, erleben Sie, was in dieser einfachen Trance schon alles möglich ist.

Abschluss:
Wenn Sie bereit sind, dann kommen Sie jetzt vollständig ins Hier und Jetzt zurück. Sie fühlen sich rundum wohl und aktiv und freuen sich auf das, was kommen mag.

07.04.09

Erkenntnis des Tages

Das Leben strömt auf jeden von uns zu, andauernd: Jede Stunde, jede Minute, jede Sekunde, Tag und Nacht, Alltags und Feiertags. Es strömt einfach immer auf uns zu. Dadurch bietet es sich uns ständig an und das  in einer gigantischen Fülle und Vielseitigkeit.

Wir haben die Freiheit uns herauszusuchen, was wir davon wahrnehmen wollen, worauf wir unsere Aufmerksamkeit lenken wollen, wie lange und mit welcher Intensität. Und dadurch können wir jede Sekunde mit unserem Leben neu beginnen, auf neue Art hinsehen und aus der hypnotischen Wirkung von Gewohnheit, Voreingenommenheit oder Negativ-Erfahrung einfach hinaustreten. Das Vorhandene, uns Bekannte, können wir dann auf geänderte Weise erleben und beurteilen. Es gibt immer neue Möglichkeiten und Chancen!

05.04.09

Zwei Realitäten ?

In einem von Kriminalität belasteten Stadtteil einer Großstadt wurde die dort ansässige Bevölkerung zur Wohnqualität befragt. Eine junge Frau erzählte, dass das Leben hier nicht einfach sei und man am besten nur zu bestimmten Zeiten einkaufen gehen sollte und ansonsten in der Wohnung am sichersten aufgehoben wäre. Ein junger Mann, im gleichen Stadtteil seit sechs Jahren wohnhaft, meinte, dass er besonders die Bodenständigkeit der Anwohner lieben würde und dass er sich
im genannten Stadtteil gut aufgehoben fühlt. Nur der Sicherheitsbeamte im Lebensmittelgeschäft wunderte ihn.

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