Es war einmal ein geheimnisvolles Land, weit weg von hier und doch ganz nah. Da lebten so Menschen wie du und ich und sie sahen so aus wie Menschen so aussehen: Frauen und Männer, Jungen und Mädchen, große und kleine, gute und böse und alles was du dir so ausdenken kannst. Und eigentlich lebten sie auch so, wie du das von dieser Welt schon kennst, in der du hier bist und deshalb kann es ganz gut sein, dass du innen drin denkst, wieso das dann ein geheimnisvolles Land sein soll. Und das denkst du auch nur, weil du sehr genau zuhörst, was ich dir hier vorlese. Weil du sehr genau zuhören kannst! – Also, die Menschen dort in dem geheimnisvollen Land wurden die „ Zweidenker“ genannt, weil sie immer zur gleichen Zeit und in jedem Moment zwei Sachen gedacht oder gesehen haben, obwohl ein normaler Mensch, wie du und ich, in so einem Fall immer nur eine Sache sehen würden. Das war das Geheimnisvolle. Und jetzt, wo du das gehört hast, weist du trotzdem noch nicht genau, was die Zweidenker so machten, oder? Ich will es dir an zwei Beispielen erklären, und du bist so lieb und hörst mir so genau zu, wie vorhin, ja?
Also: wenn die Zweidenker aus dem Fenster schauten und da war Sonnenschein, dann sahen sie den Sonnenschein und den Schatten, aber so, dass sie einmal den Sonnenschein sahen und dann wiederum den Schatten, dann wieder den Sonnenschein und so weiter. Und wenn sie ein Glas mit etwas Wasser drin sahen, dann sahen sie eben ein Glas mit etwas Wasser drin, dann den leeren Teil vom Wasserglas und dann so hin und her, wie bei dem Sonnenschein und dem Schatten. Normalerweise wechselte sich dieses Zweidenken immer so lange miteinander ab, bis sich der Zweidenkermensch selber sagte, dass er nur das Eine oder das andere sehen und denken wollte. Dann sah er meistens für einen ganzen Tag lang immer nur eine Seite. Hatte er sich z.B. entschieden, Sonnenschein zu denken und zu sehen, vergaß er meist Schatten den ganzen Tag über. Er konnte den Schatten dann zwar immer noch sehen, aber er dachte dann einfach fast gar nicht mehr daran, so, wie wenn einem das egal ist. Die meisten Zweidenker entschieden sich beim Rausgucken für den Sonnenschein, weil sie sich einfach viel besser fühlten. Denn, wenn sie sich für Schatten entschieden, war es in ihnen drin auch irgendwie dunkler und sie fühlten bald Sorgen und sogar Angst. Das Seltsame war dabei, dass die Sorgen und die Angst oft nach und nach mit Allem zusammenhing, was sie dachten oder taten! Es wurde dann immer mehr und es gab ab und zu Dunkelzweidenker, die sogar vor Brot oder ihren Freunden Angst hatten! Und, wenn sie nicht aufpassten und dieses falsche Denken zu lange anhielt, konnten sie sogar ernsthaft krank werden oder sogar daran sterben! Weil sie dann so stark von den dunklen Gefühlen und dunklen Denken erfüllt waren, dass sie nicht mehr wirklich von selber glauben konnten, dass es auch die Sonnenseite gab.
Aber, weil andere Zweidenker irgendwann dann doch merkten, dass da einer wieder die dunkle Seite dachte, war es doch relativ leicht, diesen Menschen zu helfen, indem sie die Dunkelzweidenker auf ihre Denkfehler aufmerksam machten und gemeinsam mit ihnen das Umdenken zu Licht, Liebe, Freude, Fülle u.s.w. übten. Bis es funktionierte. So wurden dann aus Dunkelzweidenkern bald wieder normale, gesunde und zuversichtliche Zweidenker.