Archiv für: Juli 2010, 09

09.07.10

Spiegelgeschiche 14: "The show must go on"

Frida-Maria ist 60 Jahre alt (gefühlt aber nur knapp 50) und eine echte Powerfrau. Was sie alles in ihrem Leben geleistet hat,ist schon sehr beachtlich:als Einzige aus ihrer Familie das Abitur,dann erst eine kaufmännische Lehre und schließlich ein Studium in BWL. Dabei machte sie ihren guten Abschluss in hochschwangerem Zustand und managte auch, so gut wie möglich, noch die entstehende, junge Familie und den Haushalt, um ihrem Partner für seine Karriere „den Rücken freizuhalten“. Ungefähr so, in diesem Sinne, engagierte sie sich über all die vielen, weiteren Jahre und war eigentlich immer die antreibende und erfolgverursachende Kraft.Und sie war immer gesund. Nur in den letzten zwei Jahren stimmte etwas nicht mit ihr, wie sie selber auch dem neuen Arzt sagte. Öfter kam es vor, dass sie völlig unerwartet gesundheitliche „Rückschläge“ erlebte, die jegliche Ordnung im Alltagsgeschehen in Gefahr brachten.Neben ihrem gewohnt vollen Tagesplan setzte sie deshalb ein  „ Zeichen“,wie sie sagte, indem sie zwei Mal  wöchentlich in den Fitnessclub um die Ecke ging und für die daraus entstehenden  Kontakte investierte sie gerne noch das eine oder andere „Stündchen“ zusätzlich. Aber seltsam, die Rückschläge wurden nicht weniger und manchmal überkam sie sogar eine seltsame Müdigkeit, dass sie tagsüber manchmal (für sie ein  Skandal) einfach so ins Bett hätte fallen können.Und deshalb fing sie an zu grübeln und zu grübeln und langsam wuchs in ihr der Verdacht und die Angst, dass sie wahrscheinlich etwas Ernstes haben müsste, eine schwere und schleichende Krankheit, die aber jetzt noch nicht feststellbar wäre!

Etwa in dieser Zeit erlebte sie mit, wie ihr zweiter Sohn, ein begeisterter Sportler und auf dem besten Weg nach Olympia (so hoffte er jedenfalls), eines Tages bei ihr anrief und überraschend fragte, ob er vorbeischauen dürfte. Sie spürte, das etwas passiert sein müsste und erwartete ihn etwas beunruhigt. Und dann erzählte er ihr, dass er auch diesmal die Qualifikation knapp verpasst hätte. Natürlich tröstete sie ihn ausgiebig und später sprachen sie noch über dies und das und nach einer Stunde war er wieder gegangen. Und erst am Abend kamen ihr von dieser Unterhaltung  einzelne Gesprächsfetzen wieder in den Sinn.Und ganz besonders ein Satz wiederholte sich in ihrem Denken immer wieder: der Sohn hatte von seinem Trainer die Absage mit den Worten begründet bekommen, das dieser Misserfolg nur eine Logik des Alters wäre und nichts mit seiner Motivation und seinem Einsatz zu tun hatte. Worte, die seltsamer Weise offensichtlich bei ihrem Sohn wie ein Trost gewirkt hatten, obwohl er sonst einigermaßen verwirrt auf sie wirkte.. - In dieser Nacht schlief Frida-Maria sehr unruhig und etwa gegen fünf Uhr schreckte sie plötzlich hoch und da wusste sie plötzlich: das Alter war es! Das war die Ursache für die gesundheitlichen Anfälligkeit und sie hatte es nicht erkannt oder verstanden !
Nicht verheimlicht werden soll hier, dass Frida – Maria inzwischen ziemlich darauf eingegangen ist, dass sie nicht mehr so leistungsfähig ist, wie noch zehn Jahre zuvor.Aber sie hat immer noch „Anpassungsprobleme“ und überanstrengt sich immer noch  bei passender Gelegenheit auf die eine oder andere Art-, aber sie ist „sensibilisiert“ und bemerkt deutlich früher, wenn sie auf dem „Holzweg“ ist., So sagt sie jedenfalls. Und verglichen mit Gleichaltrigen ist sie immer noch eine echte Powerfrau., die sich auch ganz gerne ab und zu von ihrem inzwischen informierten Mann ein wenig bremsen lässt.

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