Archiv für: Oktober 2010, 20

20.10.10

Minimalste Selbsthypnose

Welche Einstellung haben Sie zum Leben? Würden Sie sich als Pessimisten bezeichnen, für den das Leben ein einziges, großes Problem ist? Oder würden Sie sich als Optimisten einstufen, für den das Leben die Lösung von Allem ist? Oder denken Sie sowas wie:" Tja, das Leben ist eigentlich ein Würfelspiel, ich muß es nehmen wie es kommt." Egal, wie Sie das Leben und Ihre Position selber einschätzen, es lohnt sich immer, genauer hinzusehen bezw. hinzufühlen! Vor allem ist das dann gut, wenn man sich in einer ungünstigen Konstellation sieht oder sich schlecht fühlt, also eigentlich lieber in einer günstigeren, komfortableren Situation wäre. So weit, so gut. Was bedeutet das aber, sich in einer schlechten usw. Situation zu sehen oder zu fühlen? Wie komme ich zu so einer Beurteilung, Behauptung? "Ganz klar", kann man sagen,"aus Erfahrung!" Wenn ich das richtig verstanden habe, meinte Krishnamurti dazu, dass man bei so einem Vorgehen ganz UNZULÄSSIG das HIER UND JETZT in die Vergangenheit verfrachtet, dadurch, dass man dann die Verknüpfung zu vergangenem Erleben herstellt. Das bedeutet, man nimmt sich selber die Möglichkeit der Weiterentwicklung, wenn man alle jungen Geschehenisse in einen Topf mit alten Erfahrungen wirft, macht sich selber mutlos und sieht nur immer das Übliche.    - Warum aber handelt man so, obwohl das doch zum eigenem Nachteil ist? Einfach aus Gewohnheit und weil man glaubt, so funktioniert die Welt nun mal. Gewohnheiten sind aber nichts Unzerstörbares, sie sind entstanden durch häufiges, gleiches und meist unreflektiertes Verhalten. Dadurch entsteht nach und nach eine großzügige, starke Verbindung, eine freie Bahn zwischen Situation und Verhalten, bei der das Denken umgangen wird, ausgeschlossen ist. Dieser Automatismus wirkt wie ein autonomer, nicht von außen beeinflussbarer Steuervorgang - bis man selber die Möglichkeit zulässt, geistig einräumt, das dieser Vorgang doch beeinflusst werden kann. Das ist wie die Sache mit der Einstellung zum Leben, wie das Hinnehmen einer Situation, die inzwischen ausdiskutiert ist und nun mal so ist, wie sie ist, quasi wie ein Naturgesetz und man dann eines Tages  aus einer Unzufriedenheit heraus vielleicht sagt:"Moment mal, so will ich das nicht!"  Denn das Leben ist Bewegung und Veränderung und sehr Vieles gilt nur begrenzte Zeit - wie "Die Chinesen" sagen: "Wenn man lang genug wartet, kommt der schönste Tag!" Sprengen Sie gelegentlich die einschläfernde Gewalt solcher minimalen Selbsthypnosen und wehren Sie sich, auch gegen jede Vernunft, wenn Sie beginnen zu leiden und hinterfragen Sie ALLES, was damit zusammenhängt! Respektlos! Daraus kann oft Erfrischendes, Frühlinghaftes und Ursprüngliches entstehen und die Flamme Ihre Lebenslust kann wieder auflodern. Das wünsche ich Ihnen jedenfalls.

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