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Hypnose Blog |
Ich glaube, dass nirgends das Thema Vertrauen so schwierig ist, wie wenn es sich um das Vertrauen für etwas Zukünftiges handelt. Und wenn es sich obendrein um etwas handelt, was nicht absolut üblich und naheliegend ist, dann wird es noch einmal schwieriger. Und: Eigentlich ist Vertrauen etwas, was m. E. entgegengesetzt zur Kontrolle steht. Kontrolle kann uns Sicherheit geben, Vertrauen hat etwas Vages/Unbestimmtes an sich und entzieht sich sebst jeder "vorauseilenden" Kontrolle. Eigentlich trifft der Satz:" Entweder man hat Vertrauen oder nicht!" den Kern unseres Verhältnisses zum Vertrauen. Also entweder es ist da oder nicht? Na ja-, Vertrauen kann auch wachsen. In manchen Ehen war das z. B. früher so, in "gestifteten" oder "arrangierten". Mit Hypnose kann man Vertrauen auch leicht in Verbindung bringen: Da ist das Vertrauen des Klienten in den Hypnotiseur und da ist das Vertrauen des Hypnotiseurs in den Klienten. Und Beide vertrauen auf das Können und die Erfahrung des Hypnotiseurs. Diese Erfahrung und das Können bilden (hoffentlich) eine Art von Kontrollrahmen, in dem sich das vertrauengetragene Hypnoseverhalten abspielen kann. Und dieser Kontrollrahmen kann, je nach Persönlichkeit des Hypnotiseurs, enger oder weiter sein, bei Wenigen scheint so ein Rahmen sogar garnicht zu existieren. Bei Erickson war dieser Rahmen mindestens weit offen oder wenigstens an überraschenden Stellen ungewöhnlich weit offen: ich erinnere mich u.a. daran, gelesen zu haben, dass er bei "resistenten" Kliemten/Probanden voller Vertrauen eine tiefe Hypnose hervorrufen konnte, indem er eine tief hypnotisierte Person in das Behandlungszimmer führte und selber das Zimmer für eine selbst ausgedachte Zeit verließ. Dadurch "übertrug" sich offensichtlich die Hypnose in mehreren Fällen erfolgreich auf die verdutzten Klienten und von Resistenz war nichts mehr zu sehen.- Dieses Verhalten basierte m.E. auf "solidem" Vertrauen, d.h. gewachsenem Vertrauen, gewachsenen aus seiner unglaublichen Anzahl von selbst durch-geführten Hypnosen. Dazu hat er aber sicher anfangs immer wieder Momente durchlebt, in denen es ganz ohne Kontrolle gehen musste, weil er Neuland betrat, bezw. betreten musste, wenn er bessere, andere Erkenntnisse finden wollte. Demnach würde ich sagen, dass an jedem (Neu-)Anfang Vertrauen stehen muss, nicht Kontrolle.
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