Was will ich anerkennen (2)?

09.01.11

Was will ich anerkennen (2)?

Nicht nur, dass wir die Freiheit haben, uns mit unserer Aufmerksamkeit auszurichten auf Reales oder Gedachtes, sondern wir haben auch die Wahl zwischen Belastendem und Angenehmem. So kann ich mich mit meiner Aufmerksamkeit auf angenehmes Reales ausrichten oder unangenehmes, auf angenehmes Gedachtes ausrichten oder unangenehmes. Und ich kann mich auf Vergangenes, auf die Gegenwart oder die Zukunft ausrichten. Entscheident ist aber in dieser Fülle von möglichen Kombinationen (dabei habe ich nur einen Bruchteil der wirklichen Möglichkeiten aufgezählt), dass wir möglichst bewusst mit unserer Aufmerksamkeit umgehen, meinetwegen sogar das Unbewusste bewusst mit einsetzen und ins Spiel bringen. Dabei liegt es auf der Hand, dass wir uns dann besser fühlen und entwickeln können, aber auch besser auf unsere Umwelt / Mitmenschen wirken können, wenn wir uns positiv ausrichten. Hilfreich kann dabei auch die Unterscheidung zwischen DRINGEND und WICHTIG sein: dringend sind alle Entschei dungen, die unter einem gewissen Zeitdruck getroffen werden müssen; wichtig sind Entscheidungen, die eher einen langfristigen, grundsätzlichen Charakter haben und wohlüberlegt angestrebt sein wollen. Stressgetragene, dringende, unangenehme und auf die Vergangenheit oder bestenfalls auf die Gegenwart bezogene Entscheidungen haben deshalb oft nur unangenehme, unzureichende Auswirkungen und wir wissen dann meist schon, dass wir bald wieder mindestens in der gleichen Situation stecken werden. Besser, wir behalten auch die Notwendigkeit der WICHTIGEN Entscheidungen im Auge und nehmen uns baldmöglichst und konsequent ausreichend Zeit dazu. Denn nur mit solchen Zukunfts-Entscheidungen können wir die Zukunft so beeinflussen, dass sie, wenn sie Gegenwart geworden ist, eine angenehmere ist. Insgesamt möchte ich also sagen, dass wir alle jederzeit die Freiheit haben, damit zu beginnen, uns ständig zu fragen, was wir in unserem Leben haben wollen, was wir anerkennen wollen. Niemand verlangt jedoch, dass wir sofort perfekt sind! Denkgewohnheiten zu ändern, braucht seine Zeit! Wenn wir vorläufig auch unsere Unzulänglichkeiten zugeben, behalten wir sie ebenfalls im Auge und können so, mit einem ziemlich kompletten Bild von uns, Schritt für Schritt bewusster und schöpferischer zu leben beginnen.

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