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Der Hypnoseblog von Gerd J. Dürhager



Kleines Hypnose-Training III
Datum: April 25th 2009
Link: http://hypnoseblog.de/blog/2009/04/25/kleines_hypnose_training_iii
Kategorien: News, 775 Wörter
Heute möchte ich zunächst noch zwei Anmerkungen machen:

1. Das Farbensehen (s. Kleines Hypnose-Training I) ist für viele Menschen eine einfache und doch sehr wirkungsvolle Hilfe zur selbst eingeleiteten Entspannung und/oder Schlaf. Dies gilt für Erwachsene, besonders aber auch für Kinder. Bei Kindern leitet ein Elternteil das Kind an (vielleicht kann Ihr Kind das auch schon selber), nach innen darum zu bitten, die ideale oder beste Farbe für Entspannung, Schlaf, Wohlgefühl, Erholung o.ä. deutlich wahrnehmbar dargestellt zu bekommen. Wenn die Farbe dann erscheint, braucht es sich auf die Farbe nur noch auf verschiedene Arten einlassen (sehen, fühlen…) und Schlaf etc. erwarten. Der Rest geschieht von selber.

2. Die zweite Anmerkung für Entspannung und Schlaf  ist die, dass eine leichte und einfache Rückenmassage auch oft Wunder wirkt! Ob Sie dazu sogar im Sinne meines „Eltern-Kind-Selbsthilfe-Wunders“ vorgehen möchten, bleibt Ihnen überlassen.

Nun aber zu meinem eigentlichen Anliegen, dem kleinen Hypnosetraining:
In Fortführung des Themas „negative Halluzination“ darf Ihr Kind bei dieser Übung einmal etwas, was es sonst nicht darf: Nämlich vergessen. Dies allerdings hier nur ganz gezielt. Es geht darum, eine Hand oder einen Fuß völlig gefühllos werden zu lassen. Besonders für Kinder ein hochinteressantes Experiment! Dazu möchte ich aber noch ein paar allgemeine Gedanken vorausschicken: Es geht mir hier und jetzt vornehmlich darum, Kindern mehr Kompetenz im Umgang mit unangenehmen Gefühlen und mehr Reaktionsspielraum allgemein zu ermöglichen und konstruktives „Wissen“ zu vermitteln, auf dem Ihr Kind, bei Bedarf, jederzeit aufbauen kann. Denken Sie nur einmal an einen Besuch beim Zahnarzt oder an eine Behandlung im Krankenhaus. Oder denken Sie an Schul- oder Lernstress, Mobbing oder Selbstheilung. Es gibt sicher unzählige Situationen, in denen solche Erfahrungen, bewusst oder unbewusst eingesetzt, ausgesprochen hilfreich sein können.

Die Übung geht so (bitte vorher mehrmals gut durchlesen):
Wenn Sie Ihr Kind informiert haben, worum es geht und wie der Test aussieht und es gerne mitmachen will, soll es eine sehr bequeme Position einnehmen, z. B. halb liegend im Sessel, und sich ganz locker machen. Seien Sie selbst gelassen und zuversichtlich.
Fragen Sie, ob es Hand oder Fuß sein soll und ob es sich wie Holz oder doch lieber wie Metall „anfühlen“ soll (wenn der Fuß gewählt wurde, bitte den Fuß für diese Übung entkleiden). Vielleicht hilft es Ihrem Kind auch ein paar Mal tief ein- und ausatmen und sich bei jedem Ausatmen vorzustellen, dass es entspannter und konzentrierter wird. Und, wenn Sie möchten, können Sie ihm durch Worte noch Mut und Zuversicht vermitteln („Ich weiß, dass Du das leicht schaffen wirst.“).
Danach soll Ihr Kind erwarten, das sich alle Gefühle der ausgesuchten Hand oder Fuß bis zum nächsten Gelenk zurückziehen oder herausbewegen, also beim Gelenk tatsächlich  aufhören. Als anleitende Person können Sie das Herausbewegen der Gefühle auch noch verdeutlichen, indem Sie z.B. einmal langsam mit einem Finger über Hand /Fuß Ihres Kindes in Richtung Gelenk streicheln und dann am Gelenk deutlich machen, wo die Gefühllosigkeit enden soll.   Und dann soll Ihr Kind auch erwarten, dass die Hand/ der Fuß für die Zeit des Experimentes ganz vergisst, was Gefühle sind und deshalb zu Holz, Metall, Glas o.ä. werden. Dann kündigen Sie eine Pause von drei Minuten an, damit Ihr Kind Zeit genug hat, den Zustand von Holz etc. nachzuempfinden.

Dann kommt der Test. Sie nehmen dazu am besten einen Eiswürfel aus dem Kühlschrank und wickeln diesen in dünne Frischhaltefolie ein, gehen damit zum Kind, zeigen den Eiswürfel und sagen vor dem Test: „Mit diesem kalten Eiswürfel werde ich gleich deine Hand /deinen Fuß berühren und weil sie/er ja aus Holz* (hier bitte Material einsetzen) ist, wirst du nur Holz* denken, obwohl du genau sehen kannst, dass der kalte Eiswürfel deine Haut berührt.“ Dann führen Sie den Test aus - den Würfel aber unbedingt nur ein-, zweimal für maximal eine Sekunde an die Haut halten, um die Haut zu schützen. Außerdem können sie mit dem Eiswürfel danach vielleicht zweimal über die Gefühlsgrenze, das Gelenk, hin- und herwechseln, auf beide Seiten, um den Unterschied für Ihr Kind deutlich erfahrbar zu machen.
Danach beenden Sie das Experiment bitte in jedem Fall mit einer gründlichen Auflösung der Hypnose! Sagen Sie dazu Folgendes: „Die Hypnose ist jetzt zu Ende und deshalb kannst Du wieder mit allen Füßen und Händen so gut fühlen, wie vor der Hypnose. Und du kannst wieder alles damit machen, wie vorher, vielleicht sogar etwas besser.“ Warten Sie dann einen kurzen Moment und prüfen Sie dann gemeinsam vorsichtig, ob alles in Ordnung ist. Und danach können Sie mit Ihrem Kind über alle Erlebnisse bei dem Versuch sprechen und  erfahren, wie es für Ihr Kind war.

Ich kann Ihnen versichern, dass alles leicht und gut funktioniert, wenn Sie nach meiner Anleitung vorgehen.  

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